Bass Matrix

WORKSHOP-KONZEPT

“BASS MATRIX ist DAS spannende Bassbuch zum Thema “GROOVE DESIGN“: Stylische Basslines und Solos entwickeln – mit der Sprache der Subdivisions. Das Buch hat 296 Seiten und mehr als 400 Audio-Beispiele – reichhaltiges Material also für einen Workshop. Zu dem Thema habe ich bereits Workshops u.a. auf dem Dresdner Drum&Bass Festival oder dem Guitar Summit gehalten. Hier könnt stelle ich Euch Workshop-Konzept vor.

Jedes Pattern ist in Gruppen unterteilt. Dieses “Grouping” bildet die rhythmische Basis und wird je nach Bass-Stil unterschiedlich mit Tönen gefüllt. Mit diesem Ansatz kann man in jeder Groove-Situation stilvoll, songdienlich und kreativ spielen. Denn man lernt nicht einfach nur Riffs auswendig, sondern baut sein eigenes Groove- und Fill-Repertoire auf, das man in jedem Rhythmus und in jeder Taktart parat hat. Und wenn man bekannte Grooves unter diesem Blickwinkel analysiert, ergeben sich einige spannende kreative Überraschungen. Hier findest Du übrigens eine Rezension auf Bonedo und hier ein Artist-Feature auch dort. Weitere Infos zu mir gibt es hier auf der Website unter ABOUT THE AUTHOR.

INTRO

Diese Grundlagen der Bass-Matrix werden am Anfang gezeigt, praxisnah veranschaulicht mit fetten Playbacks und Song-Beispielen bekannter Songs, Bands und Bassisten. Und da alles auf Gruppen basiert, gibt es auch keinen Unterschied mehr zwischen geraden und ungeraden Metren: Was in 8:332 funktioniert, funktioniert genauso in 7:322.

EINGROOVEN

Entlang der „Toolbox1“ des Buches geht es nun weiter mit „Eingrooven und Basic Patterns“. Der erste Schritt beinhaltet Klatschen und Zählen, begleitet von praktischen Beispielen mit dem Publikum. Es wird ein Grouping gewählt, z.B. 16:42424. Das wird dann gemeinsam durchgezählt, wobei an jedem Gruppenanfang geklatscht wird. Das Zählen erfolgt zuerst in Zahlen und dann in Konnakol, da es leichter auszusprechen ist, auch eigene Silben sind denkbar. Diese Vorübung hilft, die Basis-Akzente eines Grooves zu verdeutlichen und ein Gefühl für den Fluss einer Bassline zu entwickeln. Dieser Teil wird vom Publikum sehr geschätzt, und es ist ein großartiger Moment, wenn das gesamte Publikum gemeinsam ein Grouping durch-klatscht, während dann darauf basierende Basslines präsentiert werden. Anschliessend beginnt das Aufbauen von Basic Patterns mithilfe einiger Groove-Presets, die in die einzelnen Gruppen eingefüllt werden. Es handelt sich um einfache Ton-Vorgaben, die in ein beliebiges gewähltes Grouping eingesetzt werden, wodurch sich verschiedene Basslines ergeben. Viele Bass-Parts basieren bereits auf genau solchen Basic Patterns. Je nach Tonmaterial können sie weiter ausgebaut werden, und es entstehen alle möglichen bekannten Riffs. Zur Vereinfachung konzentriere ich mich zunächst auf Em-Pentatonik, damit der Fokus wirklich auf Groove und Rhythmus liegt. Nach dem Einklatschen durchlaufen wir die einzelnen Groove-Preset-Levels. Praktische Song-Beispiele folgen, bevor wir zum nächsten Grouping übergehen. Diese Methode wird auf 42424, 43324 und 333322 (je nach Zeit auch mehr) angewandt.

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GROOVE DESIGN

Entlang “Toolbox2” des Buches erweitern wir das Repertoire an Bass-Presets und verfeinern die entstehenden Basslines. Auf diese Weise internalisiert man die Methode, mit der man jede Groove-Situation begleiten kann. “Eingrooven” und “Groove Design” werden schließlich auch auf Shuffles (3333, 33222, 3324) und Oddmetre (10:334, 14:43322 usw.) angewendet. Das ist meistens ein echtes Aha-Erlebnis, da es dann keinen Unterschied mehr zwischen geraden und ungeraden Metren gibt, da ja alles aus Gruppen besteht, die entsprechend mit den Gruppen-Vorgaben gefüllt werden. Die Methode ist universell und bietet Freiraum für Kreativität. Sie schärft das Groove-Verständnis und macht das Timing solider. Außerdem lernt man im Verlauf dieser Übungen viele bekannte Riffs kennen, die genau auf diesem Bass-Repertoire basieren.

BASS-OPTIONEN FÜR EINEN DRUMBEAT

Der nächste Hauptteil des Workshops entspricht Toolbox3 des Buches. Welche Bass-Optionen habe ich zu einem vorgegebenen Drumbeat? Man kann aus ein und demselben Drum-Pattern komplett verschiedene Groove-Stile herausholen, um den Song oder Track zu gestalten. Auch hier ist wieder der Ausgangspunkt ein Grouping, diesmal das Grouping des Drumbeats. Dies wird durch die Kick- und Snare-Eckpunkte vorgegeben und bei Bedarf mit weiteren Snare- oder Kick-Zwischentönen angereichert.

Im Gegensatz zu Bass-Groupings ist die Anzahl der am häufigsten verwendeten Drum-Groupings relativ überschaubar. Sie werden im Buch alle behandelt und erhalten auch Namen wie “Bouncer”, “Dynamo”, “Cliffhanger” oder “Bootyshaker”. Je nach Zeit werden einige dieser Beats im Workshop vorgestellt. Zunächst wird das Grouping bewusst gemacht, und man groovt sich wieder darauf ein. Dann entwickelt man darauf Basslines anhand der immer gleichen sechs Bass-Groove-Levels:

1. Snare-Check (Snare freilassen oder durchspielen)
2. Tonlängen (lange und kurze Töne probieren)
3. Get Busier: mehr Bass-Zwischentöne
4. Ruhe reinbringen: Pausen und liegende Töne
5. Begradigen: ein geradlinigeres Grouping im Bass
6. Bewegung reinbringen: ein synkopierteres Grouping im Bass

Es handelt sich also wieder um eine standardisierte Methode, die auf jeden Beat anwendbar ist. Auch hier kommen wieder viele bekannte Songs und Basslines vor. Diese Methode ist stilistisch offen und umfasst Pop, Rock, Funk, Soul, Reggae, HipHop, Afrobeat, Latin. Einzelne Stile können auf Wunsch stärker herausgearbeitet werden, sodass man dabei noch weiter auf Besonderheiten aus Grouping- und Groove-Design-Sicht eingehen kann. Die Workshop-Teilnehmer lernen, einen Beat und sein Grouping zu erkennen, sich darauf einzugrooven und Basslines zu entwickeln. Das Ganze ist eine spannende Reise durch die Welt der Drum-Grooves, von geraden und geläufigen Beats bis hin zu abgefahrenen, ungeraden und zusammengesetzten Rhythmen. Mit bestens recherchierten Song-Beispielen und fetten Beat-Playbacks, angelehnt an den 60-seitigen Drum-Bass-Groove-Atlas im Buch.

Im BassMatrixBuch geht es in Toolbox4 schließlich um Griffbilder. Mit einem praxisorientierten Blick werden verschiedene Griffbilder, deren charakteristischer Sound und dafür typische Basslines vorgestellt. Die Erfahrung zeigt, dass viele Bassisten sich nicht immer dieser Bilder und der damit verbundenen Sounds bewusst sind. Zum Beispiel existieren einige teilweise recht einfache Griffbild-Varianten der Pentatonik, die jedoch äußerst praktisch für das Entwickeln von Basslines sind und auf denen viele bekannte Beispiele basieren. In der Matrix werden nun die Basslines als Zahlen entsprechend ihrer Intervalle dargestellt, was einen in die Lage versetzt, eine Bassline in jede beliebige Tonart transponieren zu können. Je nach Länge des Workshops stelle ich dieses Segment meistens zurück, da es grafische Unterstützung benötigt und möglicherweise etwas trockener sein kann. Ich gehe dann in den übrigen Workshop-Teilen immer mal wieder darauf ein um den Hauptfokus auf Rhythmik und Groove zu lassen.

FILL INS

Wenn sie geschmackvoll und tight in den Groove eingebettet sind, verleihen Fill-Ins einem Basspart nochmal einen zusätzlichen Kick. Um dies zu erreichen, gibt es in Toolbox5 ein paar Übungen, die auf alle Fills anwendbar sind. Zunächst wird ein Fill Ton-für-Ton von hinten aufgerollt bis zu seinem Startpunkt, um genau zu erfühlen, wo die Töne im Raster sitzen und wo das Fill in der Bassline beginnt. Danach wird geübt, dieses Fill-In in größeren Cycles alle 4, 8 oder 16 Takte einzubauen, dabei gleichmäßig und steady im Groove zu bleiben. Im Buch gibt es eine dreiseitige Fill-In-Library. Es können jedoch auch Fill-In-Vorschläge aus dem Publikum aufgegriffen werden. Außerdem können Fill-Ins auch in anderen Metren verwendet werden: Funk oder Pentatonik Fill-Ins können auch in 5, 7, 9 usw. übertragen werden.

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GROOVE TRANSFORMATION

Wenn sie geschmackvoll und tight in den Groove eingebettet sind, verleihen Fill-Ins einem Basspart nochmal einen zusätzlichen Kick. Um dies zu erreichen, gibt es in Toolbox5 ein paar Übungen, die auf alle Fills anwendbar sind. Zunächst wird ein Fill Ton-für-Ton von hinten aufgerollt bis zu seinem Startpunkt, um genau zu erfühlen, wo die Töne im Raster sitzen und wo das Fill in der Bassline beginnt. Danach wird geübt, dieses Fill-In in größeren Cycles alle 4, 8 oder 16 Takte einzubauen, dabei gleichmäßig und steady im Groove zu bleiben. Im Buch gibt es eine dreiseitige Fill-In-Library. Es können jedoch auch Fill-In-Vorschläge aus dem Publikum aufgegriffen werden. Außerdem können Fill-Ins auch in anderen Metren verwendet werden: Funk oder Pentatonik Fill-Ins können auch in 5, 7, 9 usw. übertragen werden.

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FORMAT / INTERAKTION

Dieser Workshop funktioniert sowohl im Vortragsformat als auch mit Publikum mit Instrumenten – dafür werden dann einzelne Passagen ausführlicher gemacht. Beim Erarbeiten eines Groupings kann beispielsweise ein Workshop-Teilnehmer nach dem Durchlaufen der Groove-Levels weitergrooven und eigene Ideen entwickeln. Man kann auch spontan, wenn es gut läuft, in ein Jam übergehen. Weitere Interaktions-Möglichkeiten sind beispielsweise:
•Songvorschlag aus dem Publikum, Herausfinden des Groupings, Erarbeiten und Eingrooven.
•Grouping-Vorschlag aus dem Publikum, gemeinsames Eingrooven
– Grouping-Vorschlag aus dem Publikum, ein Beat wird darauf spontan programmiert, dann die oben beschriebenen sechs Bass-Groove-Levels durchlaufen
•Transformation: Jemand schlägt eine Bassline vor, und dann werden Groupings genannt, in die diese Basslinie übertragen wird.
 
Das Drum-Bass-Segment bietet natürlich  auch Möglichkeiten zur Integration von Schlagzeugerinnen/Schlagzeugern.

KONZERT EINLAGEN

Der Workshop wird aufgelockert mit Solo-Stücken aus eigener Feder: Ich habe ein 2-Set-Solo-Konzertprogramm mit Live-Electronics, wovon ich, je nach Workshop-Länge, einzelne Nummern spiele, um das ganze konzertmäßig abzurunden. Bei einigen Stücken stelle ich auch kurz die jeweilige Grouping-Basis vor. Bei Interesse kann man auch tiefer auf einzelne Stücke eingehen. Auch ein separater Konzertteil ist möglich – Repertoire ist ausreichend vorhanden.